Wenn im Herbst die Blätter fallen und das Rascheln unter den Füßen ein vertrautes Geräusch wird, genießen viele Menschen diese Jahreszeit besonders. Für Hunde ist das bunte Laub ein echtes Abenteuer: neue Gerüche, interessante Geräusche und faszinierende Bewegungen der Blätter im Wind. Doch was idyllisch aussieht, kann für Hunde gefährlich werden. Denn zwischen den Blättern lauern Bakterien, Pilze, Parasiten und sogar Giftstoffe, die ernsthafte Krankheiten auslösen können.
Der folgende Überblick zeigt die Risiken, was im Notfall zu tun ist und wie Herbstspaziergänge sicher bleiben.
Schimmel und Bakterien im Herbstlaub
Nasses Laub schimmelt schnell. Feuchtes, verrottendes Laub bietet ideale Bedingungen für Schimmelpilze und Bakterien wie Aspergillus oder Clostridien. Wenn Hunde im Laub schnüffeln, darin spielen oder gar daran knabbern, können sie die Sporen oder Bakterien aufnehmen. Die Folgen reichen von Magen-Darm-Problemen mit Erbrechen und Durchfall bis hin zu Atemwegsreizungen oder allergischen Reaktionen. Besonders empfindlich reagieren Hunde mit schwachem Immunsystem, bestehenden Allergien oder Atemwegserkrankungen. In seltenen Fällen kann eine Schimmelpilzvergiftung beim Hund zu schweren Organschäden führen.
Feuchtes Herbstlaub sollte deshalb nicht als Spielplatz oder Schnüffelzone dienen. Je länger das Laub liegt, desto höher ist die Konzentration an Schimmel und Pilzen und damit das Risiko für Infektionen oder Vergiftungen.
Schnecken und Wurmlarven im Laub
Ein weiterer unterschätzter Risikofaktor sind Nacktschnecken, die sich gerne in feuchten Laubhaufen verstecken. Sie können gefährliche Parasiten wie den Lungenwurm (Angiostrongylus vasorum) oder Fuchsbandwurm-Larven übertragen. Frisst oder leckt ein Hund an einer Schnecke, gelangen die Erreger in seinen Körper. Dort siedeln sie sich in den Lungengefäßen an und können Symptome wie Husten, Atemnot, Schwäche oder Kreislaufprobleme verursachen. Unbehandelt kann eine Infektion mit Lungenwürmern sogar tödlich enden.
Deshalb gilt: Hunde sollten weder Schnecken noch Erde oder Laub fressen. Besonders in feuchten, schattigen Bereichen ist Vorsicht geboten, hier ist die Ansteckungsgefahr am höchsten.
Giftige Pflanzenreste im Herbstlaub
In vielen Laubhaufen landen neben Blättern auch Pflanzenteile und Früchte, die für Hunde giftig sind. Eicheln und Kastanien enthalten Gerbstoffe, die Magenreizungen, Erbrechen und Verstopfung verursachen können. Schimmelige Walnüsse bergen ein besonderes Risiko: Sie können mit dem Schimmelpilzgift Penitrem A belastet sein, das bei Hunden Zittern, Krämpfe und im schlimmsten Fall Vergiftungserscheinungen auslöst.
Auch Pflanzenreste von Buchsbaum, Eibe, Ahorn oder Goldregen gehören zu den giftigsten Arten für Hunde. Bereits kleine Mengen können zu schwerer Vergiftung führen. Deshalb sollten Hundehalter darauf achten, dass ihre Tiere keine Pflanzenteile aus Laubhaufen aufnehmen. Dazu kommt, dass zwischen Blättern Pilze wachsen, teils auch giftige. Wenn der Hund geknabbert hat, helfen Fotos von Fundort und Pilz der Praxis bei der Einschätzung. Keine Hausmittel geben und kein Erbrechen auslösen.
Parasiten: Zecken und Herbstgrasmilben
Laub bietet nicht nur Schnecken, sondern auch Parasiten wie Zecken, Flöhe und Milben ein ideales Winterquartier. In der feuchten Laubschicht können sie überwintern und bleiben selbst bei kühleren Temperaturen aktiv.
Milde Temperaturen halten Zecken aktiv, und übertragen so Krankheiten wie Borreliose oder Anaplasmose. In feuchtem Laub sitzen Herbstgrasmilben, die Pfoten und Ohrrand jucken lassen. Eine fortgesetzte Zeckenprophylaxe und das kurze Abspülen der Pfoten nach dem Spaziergang sind einfache Routinen.
Verletzungsgefahr durch versteckte Gegenstände
Unter Laub sammeln sich abgebrochene Zweige, Dornen, Glasscherben, Dosenlaschen oder Nägel. Ein beherzter Sprung genügt und eine Pfote ist aufgerissen oder ein Splitter steckt zwischen den Zehen. Wer nach dem Toben kurz über Ballen und Zwischenzehen streicht, findet solche Verletzungen; ein lauwarmes Abspülen zu Hause verhindert, dass Schmutz und Keime länger haften.
Bakterien in Pfützen: Leptospirose
In Pfützen und feuchten Laubansammlungen können Leptospiren vorkommen. Der Hund sollte dort nicht trinken. Eigenes Wasser dabeihaben und Impfschutz mit der Tierarztpraxis klären.
Strassenchemie und Gifte
Laub am Straßenrand nimmt Öl, Herbizide oder Frostschutz auf. Diese Stoffe gelangen über Zunge oder Mikrorisse in die Ballen in den Körper. Spaziergänge abseits großer Straßen plus Pfoten abspülen senken das Risiko deutlich.
Verschluckte Blätter und Stöcke
Viele Hunde probieren Laub, Eicheln, Kastanien oder Stöcke. Kleine Mengen reizen oft nur den Magen, größere Mengen oder Splitter können den Darm belasten. Warnzeichen sind Würgen, starkes Speicheln, Erbrechen, Bauchschmerz und Apathie. Dann besser frühzeitig die Praxis anrufen.
Kurz und klar:
- Giftverdacht: Sofort Praxis oder Notdienst anrufen, nichts füttern, kein Erbrechen auslösen.
- Wunde: Mit sauberem Wasser spülen, sterile Kompresse, bei Blutung Druckverband anlegen.
- Starker Juckreiz an Pfoten: Lauwarm abwaschen, gut trocknen, Lecken begrenzen und Termin vereinbaren.
Herbstspaziergänge sind für Hunde ein echtes Erlebnis, doch Laubhaufen bergen mehr Risiken, als man denkt. Schimmel, Parasiten, giftige Pflanzen und versteckte Gefahren machen das Spielen im Laub potenziell gefährlich. Hunde sollten daher nicht in große, feuchte Laubhaufen springen und auf keinen Fall daran lecken oder fressen.
Nach dem Spaziergang ist es sinnvoll, Pfoten und Fell kurz zu kontrollieren. So erkennt man schnell, ob Zecken, Schimmelspuren oder kleine Verletzungen vorhanden sind.
Wenn dein Hund nach einem Spaziergang im Herbstlaub hustet, niest, erbricht oder ungewöhnlich schlapp wirkt, solltest du ihn frühzeitig beim Tierarzt vorstellen. Hinter den Symptomen kann sich eine Infektion mit Schimmelpilzen oder Parasiten oder eine Vergiftung verbergen. Je früher gehandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Checkliste für sichere Herbstspaziergänge
- Unbekannte Laubhaufen meiden, Pfützen-Trinken vermeiden.
- Eigene Wasserflasche und Napf mitnehmen.
- Pfotencheck nach jedem Spaziergang, besonders Zwischenzehen.
- Zeckenprophylaxe im Herbst fortführen.
- Straßennahe Laubansammlungen umgehen.
- Kurz Fell trocknen und wärmen, wenn der Hund nass geworden ist.
Gelenke im Herbst gezielt unterstützen
Kühle, feuchte Luft kann steifer Startbewegung Vorschub leisten, besonders bei Senioren oder Sporthunden. Ein kurzes Warm-up mit ruhigem Gehen und sanften Richtungswechseln wirkt oft Wunder. Nasses Fell und kalter Wind belasten empfindliche Rücken und alte Gelenke, daher nach dem Spaziergang trocken rubbeln und einen warmen, rutschfesten Ruheplatz anbieten. Ernährungsseitig helfen leicht verdauliches Protein und bioaktive Kollagenpeptide. Aktivkollagen liefert Bausteine und Signale für Knorpel und Bindegewebe, wird pur und ohne Zusatzstoffe täglich gegeben und ist damit gut verträglich.
Fazit
Herbstlaub ist eine Einladung. Wer Pfützen meidet, Laubhaufen kritisch prüft, Pfoten pflegt und Parasiten im Blick behält, schenkt seinem Hund sicheren Spaß im goldenen Herbst. Ein kurzer Check nach jedem Spaziergang erhält den Zauber: Rascheln, Schnüffeln und der kleine Freudensprung in den Blätterregen, ohne böse Überraschungen.




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