Wenn Schmerzlinderung zur Gefahr wird
In letzter Zeit haben uns vermehrt Rückmeldungen von Katzenhalter:innen erreicht, die über schwerwiegende Nebenwirkungen nach der Gabe von Solensia (Wirkstoff: Frunevetmab) berichten. Eine besonders eindrückliche Erfahrung möchten wir – mit Einverständnis der Halterin – an dieser Stelle teilen. Ihr Kater erhielt Solensia wegen leichter Rückenschmerzen.(*)
Kurz nach der Injektion kam es zu erschreckenden Symptomen. Sie berichtet, dass die Nebenwirkungen oft nicht als solche erkannt, sondern dem Alter der Tiere zugeschrieben werden. Das führt dann auch zu einem Vertrauensverlust in die Empfehlungen der Tierärzte.
🐾 Hinweis: Dieser Artikel enthält persönliche Erfahrungen zur Wirkung von Solensia. Nebenwirkungen können auftreten. Bei Nebenwirkungen bitte PV-Meldung veranlassen.
Die Wissenschaft ist etwas Wunderbares - Doch sie kennt keine endgültige Wahrheit.
Oder, wie es Karl Popper sagte:
„Je mehr wir wissen, desto mehr wissen wir, was wir nicht wissen.“
Gerade in der Tiermedizin gilt: Was in Studien gut verträglich erscheint, kann im echten Leben zu ganz anderen Erfahrungen führen. Deshalb ist gelebte Erfahrung genauso wichtig wie wissenschaftliche Theorie – besonders dann, wenn es um das Wohl unserer Tiere geht.
Solensia in der Theorie
Solensia ist ein monoklonaler Antikörper, der gezielt den Nervenwachstumsfaktor (NGF) blockiert – ein Protein, das nicht nur an der Schmerzleitung beteiligt ist, sondern auch eine Rolle in Regeneration, Zellschutz und Immunreaktionen spielt. [R1] Zwar zeigen Studien zur Zulassung eine gute Verträglichkeit, jedoch sind Nebenwirkungen sowie Langzeitwirkungen anscheinend unzureichend untersucht. [R1, R3, R4]
Im September 2024 hatten wir auf unserem Blog einen Artikel veröffentlicht, in dem wir Solensia als neue Therapieoption für Katzen mit Arthrose vorgestellt haben.
Unser damaliges Ziel war es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man:
👉 kurzfristig Schmerzen lindern kann,
👉 um dann langfristig durch bioaktive Kollagenpeptide (z. B. Aktivkollagen von TanzTatze) den Knorpel gezielt zu unterstützen und den Gelenkstoffwechsel zu fördern.
Dabei gingen wir davon aus, dass Solensia als gezielte, moderne Schmerztherapie gut in ein ganzheitliches Konzept integrierbar sei.
Unser damaliger Fokus lag vor allem auf den epigenetischen Potenzialen moderner Medikamente. Die Zulassung durch eine Behörde bietet für eine gewisse Sicherheit hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit.
Auch in unserem ursprünglichen Blogartikel vom Sep. 2024 haben wir bereits betont, dass Solensia keinesfalls als Langzeit- oder Dauerlösung gedacht sein sollte. Die Idee war, die Schmerzreduktion als kurzfristigen Impuls zu nutzen – damit die Katze sich wieder besser bewegen kann.
Warum? Weil bei Schmerzen oft jede Bewegung vermieden wird, was den Knorpelabbau beschleunigen kann. Schmerzreduzierung kann diesen Teufelskreis kurzzeitig durchbrechen – nicht mehr.
Unsere Empfehlung lautete:
▶️ Parallel und unmittelbar begleitend zu der Schmerztherapie sollte ein Aufbau mit bioaktiven Kollagenpeptiden – etwa über Aktivkollagen – erfolgen.
Denn nur so kann langfristig gezielt am Ursprung der Arthrose gearbeitet werden: am Knorpelstoffwechsel und an der Regeneration des Gelenkgewebes.
Daran hat sich nichts geändert. Was sich jedoch verändert hat, ist unsere Einschätzung zur Schmerzbehandlung selbst: Empfohlen wird eine evidenzbasierte, multimodale und möglichst schonende Schmerztherapie in Absprache mit dem Tierarzt. Ergänzend können natürliche Nahrungsergänzungen oder bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe die Gelenkgesundheit unterstützen und Entzündungen mildern.
Mit diesem Beitrag möchten wir unseren früheren Blog um persönliche Beobachtungen, kritische Rückmeldungen und neue Einschätzungen zum tatsächlichen Nutzen-Risiko-Verhältnis ergänzen. [Erfahrung, R6]
Denn inzwischen zeigt sich: Die berichteten Nebenwirkungen sind vielfältiger, häufiger und schwerwiegender, als es die ursprüngliche Studienlage vermuten ließ.
Die uns bis dahin bekannten Studien sprachen von einer recht guten Verträglichkeit. Als mögliche Nebenwirkungen wurden in erster Linie leichte Reaktionen an der Injektionsstelle, gelegentliche Magen-Darm-Störungen und in sehr seltenen Fällen Hautprobleme (ca. 1 %) genannt. [R1, R5] Einzelfallberichte dokumentieren darüber hinaus Hautläsionen und weitere klinische Verläufe. [R6, R7]
Doch mit der Zeit und dem Einsatz in der Praxis wurde deutlich:
▶️ Die Nebenwirkungen von Solensia können weitaus vielfältiger sein, als ursprünglich angenommen.
Im folgenden Abschnitt teilt eine Katzenhalterin ihre persönliche Geschichte mit Solensia.
Sie ist erschütternd – aber um so wichtiger, die zu teilen.
Eine Katzenhalterin berichtet
Inzwischen erreichen uns einige Erfahrungsberichte von Halter:innen, deren Katzen nach der Gabe von Solensia schwer erkrankt sind – teilweise schon nach einer einzigen Injektion.
Eine dieser Stimmen hat uns besonders berührt.
"Solensia hat meinen Kater fast das Leben gekostet - und mich in einen Albtraum gestürzt."
Die Katzenmama hat uns gebeten, auch ihre Geschichte öffentlich zu machen – in der Hoffnung, andere Tiere und ihre Familien vor ähnlichem Leid zu bewahren.
➡️ Im nächsten Abschnitt teilen wir diese Geschichte.
Nicht, um Angst zu machen – sondern, um weitere Aspekte darzustellen. Jede medizinische Entscheidung sollte auf fundierte Information beruhen.
⚠️ Wichtiger Hinweis zu Solensia: Eine persönliche Erfahrung
Eine besonders eindrückliche Erfahrung möchten wir – mit Einverständnis der Halterin – an dieser Stelle teilen. Ihr Kater erhielt Solensia wegen leichter Rückenschmerzen.
Bereits wenige Stunden nach der Injektion zeigten sich deutliche Veränderungen – zunächst unauffällig, dann zunehmend dramatisch.
Was folgte, "war ein monatelanger Kampf ums Überleben – begleitet von zahlreichen körperlichen Symptomen und emotionaler Erschöpfung." Die Halterin beschreibt es als „Albtraum“, der sie und ihren Kater an ihre Grenzen brachte.
Zitat: "Es begann ein Leidensweg, den sich niemand wünscht:
- auffälliges Verhalten wie im Rausch (über mehrere Tage)
- Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen (anhaltend über Monate)
- starke Erschöpfung und rascher Gewichtsverlust
- erhöhte Leberwerte, Hinweise auf Hämolyse, niedriger B12-Spiegel
- entzündliche Hautveränderungen und starkes Kratzen bis aufs rohe Fleisch
- der Kater hatte eitrige Pusteln um den Hals und die er bis zum Fleisch blutig aufkratzte (über Monate, immer noch aktuell)
- Wesensveränderungen, Freudlosigkeit, teilweise Orientierungslosigkeit
- Schwäche in den Hinterbeinen
-
geschwächtes Immunsystem"
Sie schildert:
„Er wäre fast daran gestorben – aber er ist es nicht. 🙏🏻 Unser Überlebenskampf dauerte 2,5 Monate – rund um die Uhr. Etwa zwei Monate nach der Injektion wurde es langsam besser – mit der Hilfe vieler Mittel zur Unterstützung von Immunsystem, Leber und NGF. Noch weiß ich nicht, ob bleibende Schäden zurückbleiben. Aber trotz anhaltender Symptome: Es ist wieder Leben in ihm.“
Sie schreibt weiter:
„Wenn ich gewusst hätte, was dieses Mittel im Körper anrichtet, hätte ich es niemals geben lassen. Es war nicht Hilfe, es war ein (fast) Todesstoß. Es wurde als harmlos verkauft – das war es nicht.“
Sie berichtet, dass die Nebenwirkungen von dem Tierarzt nicht als solche erkannt, sondern dem Alter des Tieres zugeschrieben wurden. Dies ist traurig.
Wir möchten festhalten:
Solensia kann Nebenwirkungen auslösen. In Facebook-Gruppen betroffener Katzenhalter:innen finden sich viele Berichte, die auf "massive Probleme bis hin zum Tod" nach nur einer einzigen Injektion hinweisen. Diese individuellen Beobachtungen sind in der Studienlage nicht abgebildet, in der von "sehr seltenen" Nebenwirkungen die Rede ist. Weitere Studien sowie gezielte Langzeitstudien bei Katzen könnten helfen, ein noch klareres Bild zu gewinnen. Letztlich ist es wichtig, dass jede Tierhalterin und jeder Tierhalter – am besten in enger Absprache mit dem Tierarzt – eine gut abgewogene Entscheidung im Sinne des eigenen Tieres trifft.
Berichte aus der Praxis
Nebenwirkungen von Solensia, über die Katzenhalter:innen berichten – teilweise schon nach einer einzigen Injektion, hier zitieren wir:
Zitat Anfang
- massive Wesensveränderungen, teilweise Orientierungslosigkeit
- Erblindung, Taubheit, neurologische Ausfälle (z. B. Lähmungen, Ataxie)
- Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen
- starke Erschöpfung (über Monate)
- schwerste Hautreaktionen bis hin zu offenen, blutigen Wunden
- rapide Gewichtsabnahme trotz Fressen
- inneren Blutungen durch sogenannte Hämolysen (Zerfall roter Blutkörperchen)
- Leber- und Nierenprobleme
- Tumorbildungen, Lymphome
- Todesfälle nach wenigen Tagen oder Wochen - Zitat Ende.
Diese Erfahrungen sind erschütternd – und sie widersprechen zumindest in diesem Fall dem offiziellen Bild, wonach Solensia in Studien „gut verträglich“ ist und „sehr seltene Nebenwirkungen“ wie leichte Hautreaktionen oder Verdauungsprobleme auftreten.
Fakt ist:
▶️ Das Äquivalent zu Solensia bzw. der Wirkstoff wurde ursprünglich für die Humanmedizin entwickelt – und wieder vom Markt genommen.
▶️ Die Zulassungsstudien für Katzen liefen nur über wenige Monate.
▶️ Dennoch erhalten viele Tiere Solensia inzwischen routinemäßig über Jahre – ohne Langzeitstudien.
▶️ Die Nebenwirkungslisten im Beipackzettel unterscheiden sich teilweise stark zwischen Europa und den USA.
Wir empfehlen:
- Die Nutzen-Risiko-Abwägung gemeinsam mit einem erfahrenen Tierarzt zu besprechen
- Nebenwirkungen konsequent zu dokumentieren, wenn man sich für Solensia entscheidet
- Und egal welche Schmerzliderung man wählt, eine ergänzende, möglichst natürliche Gelenktherapien in Betracht zu ziehen, z. B. mit bioaktiven Kollagenpeptiden.
Wir bei TanzTatze möchten keine Angst verbreiten – aber eine ehrliche Diskussion ermöglichen. Schmerzfreiheit ist ein hohes Ziel, doch sie darf nicht um jeden Preis erkauft werden.
Dein Tier verdient eine Therapie mit Herz und Verstand
Wir danken allen, die ihre Erfahrungen teilen – auch wenn das oft mit Gegenwind verbunden ist. Nur durch offenen Austausch können wir dazu beitragen, dass Tierhalter:innen informierte Entscheidungen treffen können – im besten Sinne ihrer geliebten Katze.
Fazit: Natürliche Wege bei Arthrose – mit Umsicht entscheiden
Die Behandlung von Arthrose bei Katzen sollte immer individuell erfolgen – und mit dem Wissen, dass nicht jedes Schmerzmittel für jedes Tier gut verträglich ist. Auch wenn manche Präparate kurzfristig Linderung versprechen, können sie unerwartete Nebenwirkungen haben, insbesondere bei längerfristiger Anwendung.
Umso wichtiger ist es, die Gelenkgesundheit ganzheitlich zu unterstützen – mit Bewegung, Gewichtskontrolle, passender Ernährung und hochwertigen Nahrungsergänzungen wie z. B. bioaktiven Kollagenpeptiden.
Bioaktive Kollagenpeptide sind keine Arzneimittel und ersetzen keine analgetische Therapie; sie können – je nach Einzelfall – als Ernährungsbaustein zur Unterstützung von Bewegungsapparat und Regeneration in Erwägung gezogen werden.
Sie können helfen, die Lebensqualität deines Lieblings nachhaltig zu verbessern – ohne den Körper zusätzlich zu belasten.
Bemerkungen
(*) Dies wurde uns so von der Halterin berichtet. Zu der Indikation sollte dies keine Aussage darstellen. Die Einschätzung der Vergabe zu dem Krankheitsbild erfolgen durch den Tierarzt, weitere Details sind uns nicht bekannt.
Einzelfälle sind wichtig für die Pharmakovigilanz, erlauben aber keine Aussagen über Häufigkeiten. Bitte unerwünschte Ereignisse stets dem Tierarzt und den zuständigen Stellen melden. Meldebogen findet man auf der Seite des Herstellers oder bei der zuständigen Stelle.
Solensia (Frunevetmab) ist in der EU zur Behandlung von Schmerzen im Zusammenhang mit Arthrose bei Katzen zugelassen. Entscheidungen außerhalb der Zulassung liegen im Ermessen des Tierarztes; wir sprechen hierfür keine Empfehlung aus.
Referenzen
https://www.ema.europa.eu/en/medicines/veterinary/EPAR/solensia [R1]
https://www.gov.uk/government/news/solensia-7-mgml-solution-for-injection-for-cats [R2]
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10331818/ [R3]
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10812000/ [R4]
https://www.frontiersin.org/journals/veterinary-science/articles/10.3389/fvets.2021.687448/full (finanziert von Zoetis) [R5]
https://www.facebook.com/groups/324057139511436/ [R8]
Legende zur Kennzeichnung im Text
Tatsache: R#] = belegte Sachinformation (Behörde/peer-review/Fallberichte)
[Erfahrung] = subjektive Schilderung/Zitat
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